GreifBar plus am 07.08.2011
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Das Brot des Lebens
- „Doch nun sagten sie: „Wenn wir dir glauben sollen, dass du von Gott gesandt bist, dann lass uns ein Wunder sehen, das es uns beweist. Wo bleibt dieser Beweis? Damals in der Wüste haben unsere Vorfahren Manna gegessen, wie es ja auch in der Schrift heißt: ‚Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.’“ Jesus erwiderte: „Ich sage euch: Das Brot vom Himmel hat euch nicht Mose gegeben; es ist mein Vater, der euch das wahre Brot vom Himmel gibt. Denn das Brot, das Gott gibt, ist der, der vom Himmel herab kommt und der Welt das Leben schenkt.“ „Herr“, sagten sie da zu ihm, „gib uns immer von diesem Brot!“ Jesus antwortete: “Ich bin das Brot des Leben. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ (Joh 6, 30 – 35, NGÜ)
Liebe Greifbar plus -Gemeinde,
Jesus Christus erfüllt alle unsere Bedürfnisse, die, die wir wirklich haben, und die vermeintlichen. Am Ende stillt er unser Verlangen. Jesus ist die Lösung für unsere offenen Fragen.
Aber wir Menschen missverstehen Jesus häufig. Ausgangspunkt für den heutigen Predigttext bildet die Geschichte von der Speisung der 5000, die wir als Evangeliumslesung gehört haben. Da fehlte Nahrung und Jesus hat es ermöglicht, dass Tausende satt wurden. Wir wissen nicht, wie das geschehen konnte. Die Ausleger streiten sich bis heute, was geschehen ist. Hat Jesus auf übernatürliche Weise das Brot vermehrt? Oder haben die Menschen einfach untereinander geteilt, was sie mitgebracht hatten, aber aus Furcht vor den anderen sich nicht auszupacken getrauten, bevor Jesus und seine Jünger damit anfingen. Auf jeden Fall hatte Jesus es geschafft, dass Brot für alle da war. Er löste die Not, in die man geraten war.
In der vergangenen Woche musste ich wegen einer Nachwirkung meines Urlaubs, einer ursprünglich kleinen Verletzung am Fuß, die sich dann aber böse entzündet hatte, ins Krankenhaus. Ich hatte mein Losungsbuch 2011 auf dem Nachttisch liegen. Bei der Visite fragte mich der behandelnde Arzt – er hatte sich verlesen: „Welche 2011-Lösungen gibt denn ihr kleines Büchlein her? Wo sind denn die Aufgaben und Fragen, die durch dieses Büchlein gelöst werden?“ Ich musste ihm erklären, dass es sich nicht um Lösungen, sondern um Losungen handelte, nämlich um jeweils einen Motto-Spruch aus dem Alten und Neuen Testament, die jeweils für diesen Tag ausgelost worden sind. Darauf der Arzt: „Bibel und Gott, damit haben wir ja nun gar nichts zu tun. Für uns sind es nur drei Männer mit Bart. Das hat man uns wenigstens immer so gesagt.“ Nun während der Visite, in der Anwesenheit von einem ganzen Tross anderer Ärzte und Schwestern konnte ich nun nicht viel dazu sagen, nur feststellen, dass der Gott der Bibel mit drei Männern mit Bart wirklich nichts zu tun hat, was der Arzt allerdings auch schon wahrgenommen hatte. Aber gern hätte ich nun das Gespräch aufgenommen und erläutert – wie es unser heutiger Predigttext tut – dass wir in Jesus Christus das wahre Angesicht Gottes sehen, auch, wenn wir sonst vielleicht nicht viel über Gott wissen. Es gibt viel Aufklärungsbedarf in unserer Gesellschaft.
Vielleicht hätte mein Gesprächspartner dann auch eine solche Frage gestellt, wie sie Jesus von den Leuten in Kapernaum gestellt wird: „Gibt es denn einen Beweis dafür, dass Jesus auf die Seite Gottes gehört und die legitime Auslegung dessen ist, was Gott will?“ Und für welches Problem bringt Jesus denn die Lösung?
Natürlich spüren die meisten Menschen, dass das Leben, so wie sie es leben, noch nicht alles sein kann. Die Sehnsucht nach Mehr ist da. Ein guter Zeuge für dieses Mehr ist übrigens die Werbung. Sie spielt mit diesem Überschuss an Erwartung. Wenn die Lufthansa z.B. als einen ihrer Werbeslogan formuliert: „Wir halten den Himmel offen!“, dann spielt sie ja mit diesem Mehr. Sie sagt ja nicht nur, wir verkaufen Flüge. Wir überbrücken schnell Distanzen. Sondern der gewählte Slogan „Wir halten den Himmel offen!“ spielt mit einer überschießenden Bedeutung des Begriffes Himmel, der dadurch auch in seiner nicht nur naturwissenschaftlichen, sondern symbolischen Funktion angesprochen wird. Wir machen Sehnsüchte wahr. Ganz ähnlich nimmt auch das Deutsche Rote Kreuz die Sehnsucht nach dem Überschreiten von Grenzen auf, wenn es bei seiner Kampagne für die Blutspende Bilder von Menschen nebeneinander stellt und jeweils unter das Porträt einmal schreibt: „Geboren: dann und dann..“, und daneben: „Neu geboren durch eine Blutspende: dann und dann.“ Auch hier wird bewusst mit einer die vorfindliche Welt überschreitenden Symbolik gearbeitet. Viele weitere Beispiele aus der Reklamewelt ließen sich nennen. Die Werbepsychologen würden nicht so vorgehen, wenn dieser Weg nicht Erfolg verheißen würde. Offensichtlich bedient die entsprechende Symbolik den Wunsch des Menschen, ihm vorgegebene Grenzen (die abgeschlossene Welt, das durch den Tod begrenzte Leben) zu übersteigen. Die Poetin Nelly Sachs hat bereits formuliert: „Sehnsucht ist der Anfang von allem.“
Wer der Sehnsucht folgt, übersteigt den Raum der materiellen Welt und kann zu geistlichen, spirituellen Einsichten gelangen. Wer heute nach Spiritualität fragt, sucht in erster Linie eine Zufuhr von Lebenskraft für die Vielzahl von Aufgaben, die zu bewältigen sind. Spiritualität ist heute ein zusätzliches Angebot, das in der verplanten Welt einen Freiraum für das Geistige schafft.
Schauen wir in die Bibel, auch auf unsern heutigen Predigttext, dann begegnet uns hier eine in mancher Hinsicht deutlich andere Situation. Die Menschen zurzeit Jesu hatten nicht zu jeder Zeit und überall Lebensmittel verfügbar. Die Welt der Bibel, die Welt Jesu, ist eine Welt, die realen Hunger kennt. Wir leben heute in Deutschland und in Europa in einer Welt, die übersatt ist. Zu jeder Zeit, immer und überall, sind Lebensmittel verfügbar. Sie sind in einem solchen Maße verfügbar, dass sie gar nicht aufgegessen werden können und auch einfach weggeworfen werden.
Wir machten kürzlich einen Besuch in einer anderen Familie. Unsere beiden jüngsten Söhne wunderten sich, dass die Mutter das beim Abendessen auf den Tellern gebliebene Brot ihrer Töchter einfach fortgeworfen hat. „Hätte man es nicht bei der nächsten Mahlzeit aufessen können?“ Aber für uns ist frisches Brot kein Kostenfaktor mehr. Wir können es uns immer wieder aufs Neue leisten. Dann schmeckt es natürlich auch viel besser. Ganz anders nimmt jemand Brot wahr, der weiß, was es bedeutet nicht genügend zu essen zu haben, wenn der Magen knurrt und der Bauch nicht ruhig bleibt. Die Menschen, zu denen Jesus redet, waren in aller Regel einfache, zum großen Teil arme Leute, die genau wussten, was Hunger ist.
Heute, ganz aktuell, kennen wir den Hunger aus dem Fernsehen. Jeden Abend sehen wir nun wieder die Bilder der hungernden Kinder und der sterbenden Erwachsenen am Horn von Afrika und in Ostafrika. Die Hungerkatastrophe ist wohl im Moment wo groß, wie seit 60 Jahren nicht mehr. Allein in Somalia sterben täglich 2.000 Menschen. Mehr als 10 Millionen Menschen leiden extrem an Hunger und Wassermangel. Seit drei Jahren hat es in Somalia, Kenia und Äthiopien so gut wie gar nicht mehr geregnet. Aus purer Not haben die meisten der einfachen Bauern jetzt bereits ihr Saatgut aufgegessen. Aber es gibt ja auch kein Wasser, das eine Aussaat gedeihen lassen könnte. Auf den Feldern ist alles Grün verdorrt. Die Brunnen sind ausgetrocknet. In Kenia sind 3, 5 Millionen Menschen von der Dürre betroffen. Im Nordosten des Landes hat der Lutherische Weltbund im Auftrag der Welternährungsorganisation ein riesengroßes Flüchtlingslager für mittlerweile 400.000 Menschen angelegt. Täglich kommen über tausend Neue hinzu, vor allem aus Somalia. Hilfen von anderen Staaten reichen längst nicht mehr aus, um allen Notleidenden zu helfen. Deswegen hat der Lutherische Weltbund darum gebeten, dass auch seine Mitgliedskirchen noch einmal Geld zusammenlegen, um den Notleidenden zu helfen. Die Pommersche Evangelische Kirche hat heute deswegen den Kollektenzweck geändert. Wir sammeln für die Hungernden in Ostafrika. Wir wollen das Geld direkt dem Lutherischen Weltbund, der diese Lager unterhält, und den dort Lebenden helfen will, zur Verfügung stellen. Wenn wir bereit sind, genügend zu teilen, wird am Ende genug für alle da sein.
Die Hilfe für Hungernde leisten wir aus christlicher Nächstenliebe, andere helfen aus anderen Gründen. Aus dem Verhalten der Menschen können wir keinen Beweis für oder gegen die Existenz Gottes ziehen. Wir können auch nicht einwandfrei belegen, dass der allmächtige Gott in dem Wanderprediger Jesus von Nazareth auf dem Plan gewesen ist. Aber es gibt Hinweise auf Gottes Liebe. Diejenigen, die Gott lieben und sich von ihm geliebt empfinden, werden sich in ihrem Leben auch von Liebe bestimmen lassen. Gott weiß genau, dass wir Brot brauchen. Gott hat uns geschaffen und er lässt auch genügend Nahrung auf dieser Welt für alle Menschen wachsen. Das Problem ist nur die Verteilung. Mit dem Prinzip Liebe ließe sich ein Auskommen für alle Menschen erreichen. Gott möchte, dass wir wirklich satt werden, hier in diesem Leben und auf dieser Welt.
Dann gibt es aber auch ein „Brot vom Himmel“. Das sind nicht die Flugzeuge, die Nahrung in auswegloser Lage nach Somalia, Kenia und Äthiopien bringen, obwohl dies auch manchmal als eine himmlische Gabe erscheinen kann. Nein, „Brot vom Himmel“ ist „das Brot, das Gott gibt, ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben schenkt.“ (V. 33). Dieses Brot vom Himmel gehört uns nur gemeinsam. Der englische Sprachwissenschaftler, Philosoph und Fantasie-Autor C.S. Lewis hat einmal gesagt: "Je mehr wir das Brot des Himmels untereinander teilen, um so mehr erhält jeder einzelne."
Auch wenn christliche Hilfsorganisationen weltweit dort helfen, wo die Not am größten ist, wenden sich andere bewusst gegen den Glauben. Aus einer bestimmten Ecke wird z.Zt die konkrete Frage gestellt, ob der christliche Glaube nicht abgewirtschaftet habe. Schauen wir genauer hin, sehen wir das genaue Gegenbild dessen, der in Jesus das Brot des Lebens findet.
In den letzten Wochen haben verschiedene Medien die Handlungen des Attentäters von Oslo und der Insel Utøya zum Anlass genommen, um das Christentum als rückständige und vermeintlich zerstörerische Religion zu brandmarken. Der Attentäter Anders Behring Breivik sei ein „christlicher Fundamentalist“ und stellte ihn damit auf eine Stufe mit mordenden muslimischen Fundamentalisten. Ein Geschichtsprofessor aus Münster sah eine Mitschuld der christlichen Kirchen an diesen Attentaten, denn die Kirchen hätten sich in der Vergangenheit nicht genügend von Gewalt im Christentum, wie z. B. bei den Kreuzzügen distanziert. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nannte das Geschehene „christlichen Terror“, denn im Falle muslimischer Attentäter spräche man ja auch von einem muslimischen oder islamistischen Terror. Sind also nicht alle Religionen im Grunde gleich und haben ein ähnlich zerstörerisches Potential?
Solche Zuschreibungen sind unerträglich und haben mit der Wirklichkeit gar nichts zu tun. Es gilt eine echte religiöse Sehnsucht, die nach mehr als dem Vorfindlichen fragt, zu unterscheiden von angemaßten Weltsäuberungsplänen. Der christliche Glaube ist seit seinen Ursprüngen multikulturell. Er hat nichts gemein mit den nationalistischen Vorstellungen engstirniger Menschen. In dem Fall des Attentäters von Oslo muss dreierlei der Ehrlichkeit wegen gesagt werden:
- Anders Breivik ist nicht, überhaupt nicht von christlichen Motiven bestimmt. Jeder kundige Journalist hätte wissen müssen, dass jemand, der sich als Freimaurer bezeichnet, nicht gleichzeitig ein christlicher Fundamentalist sein kann. Beides schließt sich miteinander aus. Der Attentäter Anders Breivik hat in dem am Attentatstag veröffentlichten Manifest eindeutig gesagt: „Ich will niemandem vormachen, dass ich sehr religiös bin. Das wäre eine Lüge… Religion ist eine Krücke für schwache Menschen…“ Wer dann trotzdem Breivik als von christlichen Motiven bestimmten Menschen bezeichnet, verzeichnet bewusst die Wirklichkeit.
- Offensichtlich schwingt bei Journalisten, die wider besseres Wissen behaupten, Breivik sei ein christlich bestimmter Terrorist, noch etwas anderes mit. Solche Journalisten möchten den christlichen Kirchen und dem christlichen Glauben schaden. In solcher journalistischer Arbeitsweise zeigt sich eine Voreingenommenheit gegen das Christentum.
- Einer christlichen Gesinnung entspricht es viel mehr, anderen zu helfen, in Not geratenen Menschen beizustehen und Leben zu retten. Unschuldige Menschen zu töten, entspricht nie und nimmer, aus keinem denkbaren Grund christlicher Ethik. So etwas lässt sich mit keinem Satz des Neuen Testaments belegen.
Nein, aus dem norwegischen Attentat kann man weder einen Beleg für noch gegen das Christentum machen. Sicher ist aber, jemand, der durch 76-fachen Mord meint, die Welt retten zu können, hat nichts gemein mit einem Mann des Wortes, der sich selbst unter die Menschen verteilt. Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens!“ Indem er sich verschenkt, wird er zum Lebensmittel für die Welt. Wer Jesus in sich aufnimmt, hat alles, was man braucht. Der Glaubende ist ein Empfangender. Nicht Kampf und Mord, überhaupt nicht Aktion ist notwendig, sondern lediglich die Bereitschaft, Jesus in das eigene Leben hinein zu lassen. Jesus macht uns dann ebenfalls zu Lebensbringern, niemals zu Todesboten. Der selbst ernannte Weltenretter ist das genaue Gegenstück zu dem, der das Brot des Lebens empfängt.
Typisch für dieses Gottesgeschenk ist eine Verbindung von Jenseitshaltung und Diesseitsbewältigung. Gott gibt eine Person, die uns die Ewigkeit zusagt, und hilft, die Probleme des Diesseits zu bewältigen. Das Besondere christlicher Spiritualität ist: Weil wir in Ewigkeit von Gott angenommen sind, deswegen können wir alle unsere Kräfte auf die Bewältigung der Probleme des Diesseits richten. Niemals darf die Liebe zur Ewigkeit wegfallen. Niemals dürfen wir uns nur auf Sorge für das Diesseits beschränken. Das würde dem christlichen Glauben das Fundament nehmen.
Das Brot, das Gott gibt, nutzt die Kräfte der Ewigkeit zur Bewältigung der Probleme von Raum und Zeit. „Herr“, sagen wir - wie damals die Zuhörer Jesu, „gib uns immer von diesem Brot!“ (V. 34). Die Kraft zur Bewältigung unserer Aufgaben erlangen wir als Christen durch die Beziehung zu unserem Herrn Jesus Christus. Er sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ (V. 35).
Wenn du Hunger hast und riechst frisches Brot, dann steigt in dir ein unübergehbares Bedürfnis auf, jetzt zu essen, dieses Brot zu essen. Jesus sagt: Die Sehnsüchte, die du hast, werde ich dir erfüllen. Die Gemeinschaft, die du suchst, die unverbrüchliche Treue, die dir Menschen vielleicht noch nicht gegeben haben, der Hunger nach Leben - alles das werde ich dir in einer unüberbietbaren Weise schenken. Nie wieder wirst du Sehnsucht haben, wenn du das Ziel deiner Sehnsucht erlangt hast. Der wirklich offene Himmel und das neue Leben, die religiösen Bedürfnisse, mit denen die Werbung spielt, werden nur in Jesus erfüllt. Gott hat eine lange Geschichte mit den Menschen. Er hat alles wunderbar eingerichtet und sich dann in der Botschaft des Mannes aus Nazareth an die gewandt, die ihre Sehnsucht auf ihn richten. Er vertieft die persönliche Beziehung, die jeder Mensch zu Gott hat. In Jesus schickt Gott uns die einmalige, unüberbietbare Auslegung seines Willens. Wir sagen deswegen: Er schickt uns seinen Sohn. Der Vater sendet seinen Sohn, weil niemand den Vater besser erklären kann, als der Sohn es tut.
„Sehnsucht ist der Anfang von allem.“ Das Ende ist die ungebrochene Gemeinschaft mit Jesus Christus. Dahin zielt alles.
Nicht zufällig essen wir im Abendmahl auch Brot. Gott begegnet uns in körperlicher Weise. Es kommt in Jesus nicht etwas zu unserm Leben hinzu, auf das man auch verzichten könnte. Jesus ist das Lebensmittel, ohne das unser Leben ohne Mitte ist. Er will wirklich in uns eingehen. Brot ist ja nicht dazu da, dass man es anschaut. Es nährt nur, wenn man es zu sich nimmt. Jesus aber will in uns ein- und in uns aufgehen. Deswegen werden wir eins mit ihm im Abendmahl, so wie wir es schon in Glaube und Taufe geworden sind.(1) Deswegen lasst uns dieses Brot nehmen und essen.
Gott führe uns durch die Zeiten, aber er führe uns vor allem in diese Gemeinschaft mit Jesus Christus. Das ist ewiges Leben schon jetzt und bleibt in Ewigkeit. Amen.
(1) Die letzten Gedanken im Anschluss an G. Voigt, Die geliebte Welt. Homiletische Auslegung der Predigttexte, Göttingen 1980, 332.
