Stumpft der Mensch vom Gaffen ab?
Predigt GreifBar 1.7.2007
Einstieg
-Hägar und Sven Glückspilz gucken in den Sternenhimmel:
"Da kann man schon nachdenklich werden." - "Stimmt, die sind so klein, und wir sind so groß!"
-Im Gegenteil! Die Welt kann uns staunen machen - schon im Kleinen (mehrere Beispiele).
Christen sagen: Es ist kein Zufall, dass wir staunen
-Wir staunen über Gottes Einfallsreichtum.
-Die Naturwissenschaften sagen: Es gibt über 60 Kriterien, die gegeben sein müssen, damit auf der Erde Leben möglich ist. Viele davon müssen punktgenau getroffen werden.
-Es gäbe z.B. kein Leben, wenn:
-Die Erdrotation schneller/langsamer wäre.
-Die Erde sich 2% näher/weiter weg vom Mond befände.
-Die Sonneinstrahlung auf der Erde um 1% verändert würde.
-Bayern München tatsächlich unbesiegbar wäre.
-Der Mond kleiner/größer wäre.
-Mehr als 1 Mond existierte.
-Die Erdkruste dünner/dicker wäre.
-Die Baustelle am Greifswalder Bahnhof länger als 5 Jahre dauerte.
-Der Sauerstoff-Anteil größer wäre.
-Das ist alles der Fall - und das soll alles Zufall sein?
-Der christliche Glaube sagt: Es ist kein Zufall, dass wir staunen - denn es ist kein Zufall, dass wir da sind. Stellen wir uns das nur einmal 'hypothetisch' vor: Was hieße das, wenn das stimmt: Die Welt und wir sind gewollt, hinter steht ein liebender, planender Wille.
"Moment!", sagen manche, "der Glaube an einen 'Schöpfer' doch widerlegt!"
-Das sagt doch die Naturwissenschaft: Am Anfang war der Urknall
-Nacherzählung der Geschichte des Universums nach dem Urknall... bis hin zur Evolution des Lebens auf der Erde.
-Manche gehen sogar weiter: Vielleicht gibt es ja sogar viele Universen? Das wäre praktisch: Ich hätte ein paar Ideen dafür, wie andere Universen aussehen könnten.
-"Und dann soll man an einen Schöpfer glauben?!" Die Sorge ist: Dabei muss man den Verstand runterfahren (...)
Hier ist ein Missverständnis zu klären:
Glaube an den Schöpfer meint das Warum, nicht das Wie
-Die Bibel ist hier nicht naturwissenschaftlich zu lesen - sie hat eine andere Aussageabsicht
(Niemand erwartet von einem Wetterbericht, das er sich reimt. Niemand erwartet von einem Liebesgedicht, dass es mich über Staus auf der A20 informiert.)
-Siehe Schöpfungserzählungen aus dem Umfeld der biblischen Texte: Babylonische Schöpfungsgeschichte (aus einem Götterkampf entsteht die Welt, Menschen als Sklaven der Götter).
-Und dann heißt es in 1Mo 1: "Am Anfang schuf Gott... Es werde Licht..."
=am Anfang steht Gott; die Welt hat eine Ordnung; der Mensch als Gegenüber Gottes - darum geht's.
-Entwicklung von Arten ist damit durchaus vereinbar. Auch ich selbst verstehe mich ja als Geschöpf Gottes - und bin zugleich das Produkt der Gene meiner Eltern
(Beispiele zu Ähnlichkeiten zwischen mir und meinen Eltern).
Ein Problem besteht nur da, wo Naturwissenschaft behauptet, durch die Erklärung des Wie auch das Warum zu beantworten
-Das ist ein Denkfehler. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade viele namhafte Erforscher des "Wie" sagen: Dass die Welt so ist, wie sie ist, kann kein Zufall sein:
-Wie gesagt: Die Wahrscheinlichkeit ist minimal, dass Leben entsteht
=>Freeman Dyson: "Je mehr ich das Universum und die Details seiner Architektur untersuche, desto mehr Belege finde ich dafür, daß das Universum gewisser Weise gewußt haben muß, daß wir kommen."
=>John Polkinghorne: "Wir leben in einer Welt, deren Existenz man entweder durch einen außerordentlichen Zufall erklären kann oder durch eine Viele-Welten-Deutung der Quantenphysik oder durch einen Schöpfungsakt."
Das kann die Physik nicht beantworten - deswegen ist Polkinghorne, Physikprofessor, mit 49 Jahren Theologe geworden.
-Es ist also kein bisschen abwegig, an einen Schöpfer zu glauben.
Der christliche Glaube bleibt hier nicht stehen
-Er sagt: Der Schöpfer kommt zu uns (denn mal ehrlich: das Dass der Schöpfung ist für sich uninteressant)
-Der christliche Glaube sagt: Der Schöpfer ist eine Person, hat Sehnsucht nach seinen Geschöpfen, kommt zu uns.
-Warum? Bild von den Ameisen, die auf meiner Handfläche leben (um ihnen zu begegnen, auf ihre Ebene kommen).
-Jesus sagt: "Wer mich sieht, sieht den Vater" - in Jesus den Schöpfer vor Augen
Stumpft der Mensch vom Gaffen ab?
-Er kann staunen, den Schöpfer ahnen (hören wir auf das Ticken der Uhr, den Rhythmus des Atems - Gott der Schöpfer ist nicht nur für den Anfang der Welt zuständig, sondern ist ständig am Werk).
-Und er kann den Schöpfer kennenlernen - in Jesus.
