GreifBarplus am 23.03.2008
| GreifBar_plus_108_-_080323_-_1_Kor_15_19-28_Ostern__MH.pdf |
- 19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.
- 20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
- 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.
- 22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.
- 23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören;
- 24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat.
- 25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm »alle Feinde unter seine Füße legt« (Psalm 110,1).
- 26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.
- 27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan« (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat.
- 28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.
Liebe Gemeinde, worum geht es Ostern?
Die allgemeinen Kenntnisse bewegen sich ungefähr auf diesem Niveau: Ich glaube, da ist irgend so eine Hase geboren. Viel mehr wussten auch die Menschen nicht, die für MAISCHBERGER in dieser Woche auf der Straße befragt wurden. „Ach Gott, sagte einer, ich bin da schon so lange raus“. Ein anderer musste heftig nachdenken, ob Jesus an Ostern geboren, gestorben oder auferstanden war. Das Wissen über Ostern ist bei uns auf einem so niedrigen Stand, dass sich sogar die BILD-Zeitung erbarmt hat und in der ganzen Woche Stück um Stück die Geschichte von Passion und Ostern erzählt hat: DER JESUS-KRIMI, direkt neben dem Horoskop.
Ganz anders waren die Kenntnisse von Philipp.1 Philipp war ein kleiner Junge mit Down Syndrom, der in seiner Klasse immer ein bisschen gehänselt wurde. In der Osterzeit schickte die Lehrerin die Kinder nach draußen. Jedes Kind bekam einen kleinen Behälter, der wie ein Ei geformt war, und die Aufgabe, draußen irgendetwas zu suchen und in diesen Container zu packen, was zu Ostern, zum neuen Leben im Frühling passt. Die Kinder strömten nach draußen, auch Philipp. Nach einiger Zeit kehrten sie zurück und stellten stolz ihre kleinen Behälter auf den Tisch der Lehrerin. Einen nach dem anderen öffnete sie und zeigte der Klasse, was darinnen war. Es gab Blumen, Blätter, einen Schmetterling. Die Klasse kommentierte alles mit lauten „ahs“ und „ohs“. Da wurde ein kleiner Behälter geöffnet – leer, nichts drin, gar nichts. Das ist nicht fair, riefen die Kinder, einer hat seine Aufgabe nicht erfüllt. „Das ist meiner“, rief Philipp. „Oh nein“, stöhnten die anderen, „typisch Philipp, du kannst aber auch nichts richtig machen.“ „Nein“, sagte Philipp, „das stimmt nicht. Ich habe es so gemacht. Es war doch leer. Das Grab war leer.“ Von da an hörten die Kinder auf Philipp zu ärgern. Ein paar Wochen später wurde er krank. Philipp starb an einer Infektion, die andere Kinder sicher überlebt hätten. Er nicht. Zur Beerdigung kamen alle Kinder der Klasse; statt Blumen brachte jedes einen kleinen eiförmigen Behälter mit – einen leeren kleinen eiförmigen Behälter.
Das war Philipps Osterpredigt. Er hatte es verstanden. Was ist Ostern? Das Grab war leer. Der ans Kreuz Genagelte lebt. Jesus ist auferstanden. Darum feiern wir heute.
Freilich möchte auch Paulus uns fragen:Wie steht es mit Eurer Osterhoffnung? Was zählt für Euch, wenn Ihr an Jesus denkt? Er erzählt den Korinthern die Ostergeschichte mit einem extrem weiten Horizont und gleichzeitig nimmt er uns ins Osterexamen. Er erzählt die Geschichte als ein Drama in drei Akten:
1. Weil Jesus auferstanden ist, hoffen wir auf unser Ostern; sonst wäre alles zwecklos.
2. Weil Jesus auferstanden ist, kommt es zur großen Osterparade.
3. Weil Jesus auferstanden ist, muss Seine Majestät der Tod abdanken.
Alle drei Kapitel dieses Dramas haben also damit zu tun, dass die Auferstehung des Herrn mit unserem Tod und unserem Schicksal verbunden wird. Das ist die spezielle Osterbotschaft an Korinth und GreifBar.
Weil Jesus auferstanden ist, hoffen wir auf unser Ostern; sonst wäre alles zwecklos!
Worauf hoffen wir? Und wie weit reicht unsere Hoffnung? Es ist ein großer Unterschied, ob wir auf etwas oder auf jemanden hoffen.
Auf etwas hoffen: Hoffen wir auf einen schönen Frühling? Auf einen guten Semesterstart? Auf eine Gehaltserhöhung? Hoffen wir auf einen Neuanfang in unserer Ehe? Auf ein Kind? Darauf, dass es gut wird mit unseren Kindern? Oder doch besser? Hoffen wir auf Erfolg, Zuneigung, Sicherheit? Manchmal geht es in unserer Hoffnung um Leben und Tod: Dann hoffen wir, dass es nicht Krebs ist, nicht Demenz, nicht Parkinson. Das Problem ist, dass es irgendwann irgendetwas davon doch ist. Das Problem ist, dass unsere Hoffnung ganz gewiss irgendwann enttäuscht wird. Dann lassen wir die Hoffnungen schrumpfen: Noch einmal ein Frühjahr erleben, eine Zeit ohne Schmerz, ein Fest in der Familie. Kleine Hoffnung, wenn die großen nicht mehr erfüllt werden. Denn dieses Leben erfüllt unsere großen Hoffnungen immer nur vielleicht, und dann bedingt und stets nur auf Zeit.
Auf jemanden hoffen, der den Tod besiegt hat, sagt Paulus, das ist das Entscheidende. Es ist die Nagelprobe unseres Glaubens. Hoffen wir nur in diesem Leben auf Christus, dann sind wir, so sagt es Paulus drastisch, die elendesten unter allen Menschen. Wieso das, Paulus? Ist es denn so schlecht, immerhin in diesem Leben auf Christus zu hoffen? Und tun wir das nicht tagtäglich und belagern ihn mit unseren Bitten. Er möge uns segnen und heilen und stärken und behüten und trösten und erfreuen und gleich unsere Kinder und unsere Ehepartner und unsere Freunde mit dazu. Jetzt und hier – in diesem Leben. Nein, sagt Paulus, das ist schon in Ordnung. Ihr müsst nur wissen: Dieses Leben erfüllt unsere großen Hoffnungen immer nur vielleicht, und dann bedingt und stets nur auf Zeit. Und ist der Horizont Eures Glaubens so klein, dann seid Ihr die elendesten unter allen Menschen. Dann wird nämlich das eigentliche Problem nicht gelöst. Und das eigentliche Problem lernen wir kennen, wenn ein kleiner Junge wie Philipp von einer Infektion dahin gerafft wird.
Paulus sagt: Wenn das Problem nicht eine österliche Lösung bekommt, ach, dann lasst es doch lieber. Dann ist alles vergeblich. Wenn es keine Auferstehung gibt, dann ist alles umsonst. Wozu, so wird er sich ein paar Sätze selbst fragen, tue ich mir dann all das an? Wozu sterbe ich täglich? Jage durch die Welt, klebe Plakate, mache mich lächerlich für Jesus, investiere alle meine Zeit in die Mission der Gemeinde, kriege dauernd Ärger, mühe mich um Menschen – wozu? Wenn es nichts zu hoffen gibt, ach, dann lasst uns lieber essen und trinken, denn morgen sind wir tot. Denn irgendwann ist es Herzinfarkt, Altersschwäche, Alzheimer. Und dann ist es sowieso vorbei. Wozu also?
Paulus denkt radikal: Wenn es keine Auferstehung gibt, dann ist alles vergeblich. Nun aber, und da setzt sein Widerspruch ein, ist Christus auferstanden von den Toten. Er lebt. In der jungen Kirche, ganz am Anfang, hat man schon versucht, dieses Wunder zu besingen. Zum Beispiel so: Als Lebender rang Jesus mit dem Tod, als Toter hat er den Tod überwunden. Nur ein Weizenkorn wurde ausgesät und starb – und jetzt ernährt es die ganze Welt. Nur ein kleines Licht war er in der Welt, und das wurde ausgelöscht – und jetzt geht es als helle Sonne über allen Menschen auf. Das ist Ostern, liebe Gemeinde: Das feiern wir heute, Jesus zu Ehren, uns zur Freude. Der Herr ist auferstanden! Er lebt – und wir sollen auch leben.
Wenn er aber auferstanden ist, ist nichts mehr vergeblich. Dann sind wir nicht die elendesten unter allen Menschen. Dann ist nichts umsonst. Dann ist auch alle unsere Mühe nicht vergeblich. Unsere Arbeit für das Volk Gottes in Greifswald. Der Einsatz von Zeit, Kraft und Geld. Der Ärger. Die Mühen. Der Verzicht auf freie Abende und gemütliche Zeiten. Nichts ist vergeblich, wenn er lebt. Manche Prediger sagen gerne in ihren Predigten: Du solltest Christ werden, dann hören deine Probleme auf. Die Wahrheit ist manchmal jedenfalls umgekehrt: Als ich Christ wurde, fingen meine Probleme an, schreibt ein Autor. Meine Werte änderten sich, ich wurde kritischer mit den Selbstverständlichkeiten unserer Zeit. Ich konnte nicht mehr selbstbezogen weiterleben. Ich war nicht mehr nur für mich da. Ich hörte Gottes Willen und fand es richtig ihn zu tun. Einfacher wurde es dadurch nicht. Wenn er nicht lebt, ist das alles Unsinn. Aber er lebt, und darum ist nichts vergeblich. Denn dann gehen wir nicht nur auf das Loch in der Erde und die Würmer, auch nicht auf Feuer und Asche zu, sondern auf unser Ostern. Denn:
Weil Jesus auferstanden ist, kommt es zur großen Osterparade
Paulus will eins deutlich machen: Jesus und Ostern ist mehr als das Ostern eines glücklich Entronnenen. Es geht an Ostern nicht um den privaten Sieg des Mannes aus Nazareth. Den könnten wir ihm gönnen. Wir könnten ihn auch bewundern und verehren. Aber unsere Lage würde um keinen Deut besser.
Aber Ostern ist nicht der private Sieg des gekreuzigten Jesus. Ostern ist ein Sieg, der mich an diese Fernsehshows erinnert, die eine Zeit lang kamen. Da hatten Hobbygruppen ganze Parkanlagen aus Dominosteinen aufgebaut, mit Brücken und Loops und Kurven und großen Blumengärten und Sportarenen, alles aus Dominosteinen. Und der Trick besteht darin, den ersten Stein anzustoßen, und dann fallen alle der Reihe nach um, das Bild legt sich sozusagen auf die Seite, aber eben nicht chaotisch, sondern ein Stein nach dem anderen. Warum: weil der erste Stein den Anstoß gab. Darum fallen nun auch alle anderen.
Genau so ist es mit Jesus. Er ist, so sagt es Paulus, der Erstling unter den Entschlafenen. Ich muss da immer aufpassen, seit ich bei einer Beerdigung einmal schwankte, ob ich von unserem Entschlafenen oder unserem Verstorbenen reden sollte und schon war aus meinem Mund geschlüpft: Lasst uns nun für unseren Verschlafenen beten. Also: Der Erstling unter den Entschlafenen ist Jesus. Der erste Dominostein. Weil er auferstanden ist, kommen wir alle hinterher. Alle, so heißt es, die zu Christus gehören, das ist der zweite Akt im Drama, kommen hinter ihm her. Ostern ist also noch gar nicht zu Ende, es macht nur mal Pause. Ostern ist erst zu Ende, wenn wir in der großen Osterparade hinter Jesus herziehen.
Ich stelle mir das gerne ganz plastisch vor. Da plaudern Petrus und Paulus munter miteinander, davor sehe ich – laut singend - die Kinder von Bethlehem, die Herodes umgebracht hat, Mutter Teresa geht da irgendwo, kaum zu sehen, weil sie fast verschwindet in der Schar der Ärmsten der Armen, die erhobenen Hauptes in der großen Parade mitmarschieren, hinter ihnen die Märtyrer, die sich ihre Geschichten erzählen, die aus Rom und die aus China und aus dem Gulag Stalins. Ach ihr hattet auch schon Hungertürme und Waterboarding, davor Luther, der Zwingli noch einmal die Abendmahlslehre erklärt, aber das ist jetzt eigentlich nicht mehr wichtig, Bodelschwingh und Wichern schieben ein paar Rollstühle vor sich her, leer natürlich, nur so aus Nostalgie, denn die Gelähmten machen gerade Anbetungspurzelbäume, und dann gehen da die vielen namenlosen Christen aus aller Herren Länder und sie erkennen sich sofort, weil sie alle, alle eins verbindet, dass sie zu Jesus gehören, dem Osterkönig. Johann Sebastian Bach übt mit Mahalia Jackson schon mal das neue Osteroratorium ein. Pfingstler und Orthodoxe wandern Arm in Arm plaudend auf dem Weg entlang und üben schon mal himmlische Sprachgrammatik. Die arme Witwe (die mit den zwei Pfennigen in der Kollekte) wird von vier frommen Königen den ganzen Weg getragen. Philipp ist mit dabei und vielleicht hält er ein kleines leeres Plastikei in der Hand. Und irgendwo mitten drin, versteht ihr, wird es uns geben, werden wir auch mitziehen, hinter Jesus her, dem wir jetzt im Leben folgen, ohne ihn zu sehen, und dann werden wir ihm aus dem Tod heraus folgen und werden ihn sehen. Irgendwo wird ein Platz für die GreifBar-Leute sein.
Das, Ihr Lieben, ist Ostern! Der Herr ist auferstanden! Er lebt – und wir sollen auch leben.
Weil der Erstling durch ist, kommen die, die zu ihm gehören, alle, alle hinterher. Martin Luther hat das einmal als das Herzstück seines Glaubens bezeichnet, dass er ganz unverdient wird dabei sein dürfen. Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist‘s aus mit mir. Ich muss verzweifeln. Aber das lass ich bleiben. Wie Judas an den Baum hängen, das tu ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. Dann spricht er zum Vater: Dieses Anhängsel muss auch durch. Es hat zwar nichts gehalten und alle deine Gebote übertreten. Vater, aber er hängt sich an mich. Was will‘s! Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlupfen! Das soll mein Glaubesein.
Das heißt es: zu Jesus gehören. Und da kommen die Dinge nun zusammen. Es ist keine Kleinigkeit, davon nichts zu wissen. Es ist darum nicht einfach ein Zeichen mangelnder Bildung, Ostern für den Geburtstag eines Hasen zu halten. Wenn nichts vergeblich ist, weil er lebt, darum gibt es nichts Wichtigeres als in unserer Stadt Menschen zu erzählen, dass es einen Sieger über den Tod gibt, und dass die Türen und Toren jedermann offen stehen, der sich Jesus anschließt. Denn es hängt einzig allein an einer einzigen Frage: Zu welcher Familie gehörst du? Zur Adamsfamilie oder zur Jesus-Familie? Zur Beerdigungsgesellschaft Adam & Söhne oder zur österlichen Parade des Auferstandenen?
Weil Jesus auferstanden ist, muss Seine Majestät der Tod abdanken.
Das ist der letzte Akt im österlichen Drama. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Erst wenn Seine Majestät der Tod abdankt, erst dann ist Ostern vollendet. Erst dann wird Jesus zum Vater gehen und ihm alles übergeben. Und er wird sagen: Vater, alles soll Dir gehören. Und wie ich das so einschätze, wird einer dem anderen wieder alle Ehre überlassen, der Vater dem Sohn und der Sohn dem Vater, und der Heilige Geist wird jede Menge Arbeit haben zwischen den beiden.
Aber das wird das letzte Kapitel sein, der echte showdown, wie im Kino, wenn am Ende der Held auf den schlimmsten Schurken trifft. Spiel mir das Lied vom Tod, wird es dann zum letzten Mal heißen. Für den Tod – kein Happy End.
Ich musste an dieser Stelle immer wieder an eine Familie daheim in Westfalen denken, deren Sohn mit 21 schwer an Krebs erkrankte. Sein Leib ist sozusagen von Tumoren besetzt, die gleich mehrere Organe befallen haben. Seit 1 ½ Jahren kämpft er gegen den Krebs. Es ist eine Pastorenfamilie, er selbst will Diakon werden. Die Aussichten zu überleben, waren von Anfang an sehr schlecht. Jesus hat diese Familie durch diese Zeit offenkundig hindurchgetragen. Er hat ihnen Mut und Kraft gegeben für Reisen nach Tübingen und Chemo-Therapien, für Operationen, er hat sie Rückschläge ertragen lassen. Heute sagen sie: Unser Sohn lebt schon länger als die Ärzte vorhergesagt haben. Gott sei Dank. Dem Tod ein Schnippchen geschlagen, etwas Land abgekauft. Vielleicht wird er es schaffen, vielleicht nicht. Wer am Grab eines jungen Menschen stand, wer weinenden Eltern in die Augen sah, wer sich klar macht, wieviel Zukunft da vernichtet wird, wie bösartig der Tod Menschen auseinanderreißt, der weiß, worum es Ostern geht. Der Tod stößt uns in die Verhältnislosigkeit, er beendet jede Beziehung, reißt auseinander und macht kaputt. Er tut in allem das genaue Gegenteil von dem, was Jesus tut. Ostern ist erst am Ende, wenn der Tod am Ende ist. Darum beschönt Paulus hier auch nichts. Der Tod kommt nicht als Freund Hein und er ist kein Erlöser. Wenn wir so reden, dann hat der Tod schon mitten im Leben soviel kaputt gemacht, dass wir nicht mehr dagegen halten können. Paulus nennt ihn beim Namen: Er ist der Todfeind. Am Ende geht es nur noch um ihn. Aber es ist keine Schlacht mit offenem Ausgang. Es ist ein Showdown, dessen Ende schon in einem kleinen Friedhofsgarten bei einem leeren Grab vor 2000 Jahren beschlossen wurde. Da wurde entschieden, wer siegt. Philipp weiß es: Das Grab ist leer. Der Tod hat sich an Jesus verschluckt. Noch kann er grausam zuschlagen, aber seine Tage sind gezählt, seine Niederlage steht fest. Am Ende ziehen wir mit Jesus in der Parade des Siegers. Auch der Pfarrerssohn aus Westfalen, so oder so. Das ist Ostern. Der Herr ist auferstanden. Er lebt, und wir sollen auch leben.
Das ist die Wahrheit und unsere Hoffnung. Oder: Amen.
1 http://workingmom.com/sermons/born-again.htm - aufgesucht am 22.3.2008.
