GreifBar plus am 25.12.2008
| GreifBar_plus_144_081225_Joh_1_MC.pdf |
| GreifBar_plus_144_081225_Joh_1_MC.mp3 |
Predigt über Joh. 1
Liebe Kinder,
ich brauche jetzt ganz kurz eure Hilfe. Es kann nämlich sein, dass eure Eltern und Geschwister nicht ganz verstanden haben, worum es jetzt ging, und deswegen brauche ich jetzt ein bisschen Zeit, ihnen das zu erklären. Es wäre ganz toll, wenn ihr die paar Minuten einfach ruhig bleiben könntet, dauert nur fünf Minuten, einfach, damit eure Eltern und eure Geschwister auch verstehen, worum es jetzt ging.
Stellen wir uns mal folgendes vor: Wir schreiben eine Weihnachtskarte oder einen Weihnachtsbrief an einen lieben Menschen, einen Verwandten oder einen Bekannten, und wir wissen, dass dieser Mensch gerade krank ist und es geht ihm nicht gut. Und während wir diese Karte schreiben, merken wir: Die Worte, die wir schreiben, die sind irgendwie unzureichend, sie sind so hohl, so leer. Eigentlich müsste man selbst da sein, eigentlich müsste man am Bett dieses Menschen sitzen und seine Hand halten, eigentlich müsste man selber das Wort sein, das man schreiben möchte.
Und nun steht im Johannesevangelium, Kapitel 1, Vers 1: „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“ Und in Vers 14 steht: „Und das Wort wurde Fleisch -wurde Mensch- und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Mit anderen Worten: Gott ist selbst das Wort, das er zu uns spricht. Gott ist die Kommunikation, das Gespräch mit uns so wichtig, dass er selbst das Wort wird, er wird das Wort in Fleisch und Blut. Jesus Christus ist das Wort, das Gott zu uns spricht und es ist ihm so wichtig, dass dieses Wort ankommt, dass er selber Mensch wird, um es uns ganz deutlich zu machen.
Er hätte ja auch dafür sorgen können, dass seine Botschaft einfach irgendwie auf der Erde bekannt wird, aber dabei selber distanziert bleiben können. Er hätte zum Beispiel auch zwei Engel über die Erde schicken können, die ein großes Transparent tragen, auf dem steht: „I love your all“ - ich liebe euch alle. Das hat er nicht gemacht, er ist selbst als Mensch in diese Welt hineingekommen, und wie menschlich das aussah, wie menschlich und wie irdisch und wie alltäglich das aussah, das haben wie eben eindrucksvoll gezeigt bekommen in diesem Krippenspiel. Das waren ganz normale Menschen, in ganz normalen Situationen, in denen Gott, in Jesus begegnet ist.
Was ist der Inhalt des Wortes, das Gott in Jesus spricht? Mit anderen Worten: Wie zeigt sich Gott in Jesus? Die Antwort steht in Vers 14: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater voller Gnade und Wahrheit.“ Also: Gottes Herrlichkeit zeigt sich in Gnade und Wahrheit. Jetzt könnte man sagen: Marketingtechnisch gesehen ist das ein bisschen ungeschickt, die Herrlichkeit in Gnade und Wahrheit zu zeigen. Man könnte die Herrlichkeit marketingtechnisch gesehen auch anders zeigen. Man könnte die Herrlichkeit zeigen durch große beeindruckende Auftritte, unmissverständlich, gewaltig, alle Medien berichten davon. Gott entscheidet sich dafür, seine Herrlichkeit in Gnade und Wahrheit zu zeigen.
Was heißt das? Was heißt Gnade und Wahrheit? Gnade heißt zum Beispiel, dass wenn jemand sagt: „Wenn ich ehrlich bin, habe ich Gott aus den Augen verloren,“ dass Gott dann sagt: „Weißt du was: Ich verliere dich nie aus den Augen. Du bist mir so wichtig, dass ich in Jesus zu dir komme, und was vorher war und was du anzubieten hast oder auch nicht zu bieten hast, das ist völlig unwichtig.“ Das ist Gnade. Auch wenn wir Gott aus den Augen verloren haben, er verliert uns nicht aus den Augen.
Gnade und Wahrheit. Wahrheit deswegen, weil diese ganze Weihnachtsgeschichte eben nicht einfach nur eine Geschichte ist, eine Geschichte, die gut tut, die nett ist, wenn sie gespielt wird nett anzuschauen. Nein, wir glauben tatsächlich, dass das alles passiert ist. Wir glauben, dass diese Geschichte stimmt. Das ist nicht nur nebensächlich, wir glauben, dass Gott in Jesus wirklich in diese Welt gekommen ist und dass man mit diesem Gott wirklich, heute jetzt und hier Kontakt haben kann.
„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenes Sohnes, vom Vater voller Gnade und Wahrheit.“ Das war es, was ich jetzt in diesen fünf Minuten sagen wollte, denn das ist es, was Gott zu uns an Weihnachten sagt. Und wenn sich jemand merken möchte, worum es an Weihnachten eigentlich geht, dann braucht er dafür eventuell nur drei Worte. Manchmal braucht nur ganz wenige Worte, um sich etwas zu merken. Diese drei Worte lauten: Jesus, Gnade, Wahrheit. Jesus, Gnade, Wahrheit.
Vielen Dank an die Kinder für die Geduld.
Amen
