GreifBar plus am 24.12.09 Christvesper
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mit Kindermusical "Bin nur ein kleiner Hirte" von Daniel Kallauch
Zu den schönsten vorweihnachtlichen Beschäftigungen für die meisten Menschen gehört ja das Geschenke einpacken. Die meisten Menschen finden es schön, die Geschenke für die Liebsten einzupacken. Mit geht das auch so, ich muss allerdings zugeben, dass ich ganz schlecht bin im Geschenke einpacken. Wenn ich Geschenke einpacke, sieht das meistens fürchterlich aus, krumplig, asymmetrisch, irgendwie unordentlich, und je mehr ich mich bemühe, es ganz ordentlich zu machen, desto schlimmer wird es. Ich kann das einfach nicht, das muss ich offen zugeben, ich kenne da meine Grenzen. Ich berufe mich allerdings darauf, dass manchmal die unscheinbar verpackten Geschenke die schönsten sind, und dass umgekehrt die Geschenke, die besonders ordentlich verpackt sind, gar nicht unbedingt so toll sind.
Christen glauben nun: Das schönste Geschenk an Weihnachten macht uns Gott selbst. Gott schenkt sich selbst. Gott hat einmal gesagt, in der Geschichte der Menschheit: "Ich möchte nicht ohne Menschen sein. Ich möchte nicht alleine sein. Ich möchte zu meinen Menschen kommen." Und deswegen ist er selber zu uns Menschen gekommen. Er ist selber Mensch geworden in Jesus, in Jesus Christus, und diese ganze Sache hatte eine ganz unscheinbare Verpackung. Gott ist nämlich nicht Mensch geworden in New York, nicht in London, nicht in Berlin, noch nicht mal in Schwerin, sondern im hintersten Winkel von Israel, in einem kleinen Dorf, also sozusagen noch hinter Pasewalk. Da ist Gott Mensch geworden, mit ganz unscheinbarer Verpackung. „Gott kommt kleiner als wir denken,“ habt ihr gerade gesungen, eine ganz unscheinbare Verpackung.
Und auch heute kann man es ganz leicht übersehen, dass im Zentrum von Weihnachten Gott selbst steht. Man kann prima Weihnachten feiern, ohne dabei an Gott zu denken. Man kann über den Greifswalder Weihnachtsmarkt schlendern und Süßes genießen oder sich die Attraktionen anschauen, und mit Gott muss man sich dabei überhaupt nicht befassen. Man kann auch durch die Einkaufszentren laufen, durch den Mediamarkt, wo einem überall das Gesicht eines bekannten Komikers entgegen grinst und behauptet: „Das ist mein Laden.“ Ich habe ihn dort allerdings noch nie getroffen. Man kann sich mit alledem beschäftigen und keinen Gedanken an Gott verschwenden, das geht.
Ich behaupte allerdings, dass man dabei das Entscheidende verpasst. Das Entscheidende ist nämlich: Gott will bei uns sein. Das feiern wir an Weihnachten. Deswegen ist er in Jesus gekommen. Und Gott will auch bei euch und bei Ihnen sein. Der gleiche Gott, der damals in Jesus Mensch geworden ist, der will jetzt hier heute Abend bei Ihnen sein. Er will mit Ihnen im Gespräch sein. Das ist der gleiche Gott, der damals in Jesus in diesem Stall auf die Welt kam. Er ist jetzt hier, er ist Ihnen näher als die Luft, die Sie umgibt. Und mein Vorschlag lautet: Antworten Sie ihm doch einfach. Wenn Sie gleich nach Hause gehen, auf dem Weg zu Ihrer Weihnachtsfeier in Ihrer Familie oder wo auch immer hin, antworten Sie ihm. Das ist ganz leicht. Im Stillen, in Gedanken kann man mit Gott reden, so wie man sonst auch mit guten Freunden redet. Vielleicht wissen Sie noch gar nicht, was Sie zu ihm sagen sollen. Dann können Sie einfach sagen: „Ich weiß nicht genau, was ich zu dir sagen soll, ich weiß noch nicht mal, wie ich mich dir vorstellen soll und ob es dich überhaupt gibt, aber wenn es dich gibt und wenn du so bist, wie in Jesus damals in Bethlehem im Stall, dann lade ich dich ein: Feier doch du mit uns Weihnachten, sei du dabei. Beschütze und behüte die Menschen die mir lieb sind und komm du in mein Leben.“ Wenn wir das tun, wenn wir so mit Gott reden, dann kann ich leider nicht garantieren, dass sich daraufhin irgendwelche großen Wunder einstellen. Ich bin aber sicher, dass Gott uns hört, wenn wir so mit reden, und dass er Mittel und Wege findet, sich irgendwie bemerkbar zu machen. Und dann werden wir merken: Mit ihm zu leben, mit ihm im Gespräch zu sein, das ist tatsächlich das Allerbeste was uns passieren kann, an Weihnachten und auch sonst.
In der Bibel, im zweiten Teil der Bibel im Neuen Testament, so gegen Ende gibt es einen Satz, der steht im 1. Johannesbrief und der lautet: „Gottes Liebe zu uns ist daran sichtbar geworden, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, um uns durch ihn das Leben zu geben.“ Ich glaube das ist das wichtigste und schönste Geschenk, das wir an Weihnachten haben können: Dass Gott sich uns selbst schenkt und dass wir mit ihm im Gespräch sein können. Deswegen lautet mein Vorschlag: Packen Sie doch dieses Geschenk als allererstes aus. Amen
