GreifBar plus am 10.01.2010 in Zinnowitz
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Salz der Erde und Licht der Welt
13 »Ihr seid das Salz der Erde. Wenn jedoch das Salz seine Kraft verliert, womit soll man sie ihm wiedergeben? Es taugt zu nichts anderem mehr, als weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15 Auch zündet niemand eine Lampe an und stellt sie dann unter ein Gefäß. Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt. 16 So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.« (Mt 5,13-16)
Liebe Gemeinde,
Pablo Picasso wollte sich einmal einen Mahagonischrank für sein Schloss in Südfrankreich bauen lassen. Er ging also zu einem Möbeltischler. Um dem Handwerker zu zeigen, wie der Schrank aussehen sollte, zeichnete er eine Skizze: So sollte der Schrank aussehen, wenn er fertig ist! Meinen Sie, Sie schaffen das. Klar, sagte der Tischler. Und was wird das ungefähr kosten? Nichts, sagte der Tischler, signieren Sie einfach die Skizze.
Was ist etwas wert? Welchen Preis hat etwas? Manchmal hängt es davon ab, wer seinen Namen darauf geschrieben hat. Eine Skizze von Picasso kann noch so schlicht sein, sie ist wertvoll, weil sein Name darauf steht. Das führt uns schon mitten hinein in das, was uns Jesus heute sagen will. Ihr seid wertvoll, weil mein Name auf eurem Leben steht. Das ist euer tiefster Wert, nicht eure Titel, nicht eure guten Taten, nicht euer Geld und eure Häuser, nicht eure tollen Kinder, nicht eure Bücher. Das ist euer tiefster Wert, auch wenn ihr keine Titel habt, keine Häuser, eure Kinder euch Kummer machen, kein Geld auf dem Konto liegt. Ich habe meinen Namen auf euer Leben geschrieben: Ihr seid es mir wert! Ihr seid von großem Wert.
Jesus hat sich immer wieder etwas Neues ausgedacht, um das seinen Jüngern verständlich zu machen. In seiner großen Rede auf dem Berg sagt er: Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt. So wertvoll seid ihr, mit meinem Namen auf eurem Leben.
Diesen beiden Sätzen möchte ich in den nächsten Minuten nachgehen. Ich möchte zuerst zeigen, wem das gesagt wird, dann werde ich euch zeigen, welche Konsequenz das hat für Gottes Absichten mit dieser Welt, und dann werde ich ein paar Vorschläge machen, welche Konsequenzen das für uns hat, wenn wir Salz der Erde und Licht der Welt sind. Ich gehe davon aus, dass euch die Bilder klar sind: Salz, das würzt und konserviert, Licht, das die Dunkelheit erhellt. Davon gehe ich einfach mal aus.
Also erstens: Wem wird das gesagt?
Diese Frage ist absolut entscheidend, weil wir nicht verstehen, wie dramatisch diese Sätze von Jesus sind, wenn wir uns nicht klar machen, wem sie gesagt werden.
Die erste Antwort ist noch ganz einfach: den Jüngern, Leuten wie Petrus, Johannes, Jakobus oder Thomas. Aber was für Leute waren das? Ich habe ein bisschen hin- und hergeblättert. In Mt 15 hat Jesus eine kleine Geschichte erzählt, von Blinden und von blinden Blindenführern. Und Petrus sagt: Häh? Verstehe ich nicht. Kannst du uns das noch einmal erklären. Und Jesus fragt zurück: Seid ihr immer noch so unverständig? Sie begreifen es nicht. Sie packen es nicht. Habt ihr es immer noch nicht begriffen? Kennt Ihr das, dass Euch etwas überhaupt nicht klar ist und ihr sagt: Ich packe es nicht? Hätte Jesus die „Sch’tis“ gekannt, hätte er vielleicht gesagt: Ihr Blödbommel! Warum begreift ihr es nicht! Was für Leute also nennt Jesus Salz und Licht?
Weiter: In Markus 9 nimmt Jesus seine Jünger beiseite und sagt ihnen etwas sehr Persönliches. Und etwas sehr Dramatisches. Nur Euch sage ich es: Ich werde leiden und sterben. Das ist der Plan: Leiden und sterben. Die Jünger hören es sich an, eine Reaktion wird nicht berichtet. Aber als sie weitergehen, reden sie miteinander. Und worüber reden sie? Über die Frage, wer der Größte unter ihnen ist. Darüber reden sie: Jesus weiht sie ein in seinen Leidensweg, und sie beschäftigen sich mit ihrer Karriere. Kennen wir das? Kennen irgendjemand unter uns dieses Drehen um sich selbst? C.S. Lewis hat es einmal drastisch zum Ausdruck gebracht. „All dieses grelle Gerede über Liebe: Ich hatte nicht einen selbstlosen Gedanken, seit ich geboren wurde. Ich bin durch und durch gewinnsüchtig und selbstverliebt. Ich will, dass Gott, du, alle Freunde, ausschließlich mir dienen. Frieden, Gewissheit, Freude, das sind die Ziele, nach denen ich strebe, ich kann keinen Zentimeter aus meiner Haut rauskriechen. Ich rede von Liebe – aber der Papagei eines Professors könnte Griechisch reden – aber in mir selbst gefangen ende ich stets da, wo ich anfing.“ Was für Leute nennt Jesus Licht und Salz?
Noch ein Beispiel: Lukas 8 wird von Frauen erzählt, die für Jesus die Rechnungen bezahlten. Das ist ein schönes Bild: Frauen zahlen die Rechnung. Unter diesen Frauen ist Maria Magdalena. Und von ihr heißt es: sieben Dämonen hat Jesus ausgetrieben. Sieben Dämonen. Diese Frau hatte eine Vergangenheit und keine rühmliche. Hat irgendjemand von uns eine Vergangenheit? Maria hat eine Vergangenheit. Salz und Licht, sagt Jesus, du mit deiner Vergangenheit! Was für Leute nennt Jesus Salz und Licht?
Und ein letztes Beispiel: In Lukas 9 kommt Jesus mit seinen Freunden in ein samaritanisches Dorf, und sie bitten um Aufnahme, aber die Menschen dort verweigern Jesus die Gastfreundschaft. Starker Tobak im Orient! Jesus bringt Gnade, Segen, Vergebung und Frieden. Und die Jünger zeigen, wie gut sie das verstanden haben. Meinst Du, wir sollten vom Himmel fallen lassen? Anders gesagt: Komm, die machen wir platt, die machen wir alle. Und was sagt Jesus? Gute Idee, ja, das ist es genau, was ich euch beigebracht habe. Feuer, das ist es, warum ich kam. Seid Ihr noch so dumm? Habt Ihr es nicht begriffen? Kennt Ihr das, dass Eure Gefühle so gar nicht friedlich sind, so gar nicht in Harmonie mit Gottes Absichten? Feuer auf die Erde, ja! Jesus: Habt Ihr es nicht begriffen? Und doch: Ihr seid Salz und Licht!
In Apg 4 wird sozusagen zusammenfassend etwas über die Jünger gesagt: Man wunderte sich über sie, weil sie ungelehrte und einfache Leute waren. Aber diese ungelehrten und einfachen Leute, ohne höhere Schule also, ohne erstklassiges Elternhaus, ohne bedeutende Jobs an den Schalthebeln der Macht – die nennt Jesus Salz und Licht! Diese einfachen Menschen, die es oft nicht packen, die für vieles zu dumm sind, die eine Vergangenheit haben, die ein Ego haben, das ihnen dauernd Probleme bereitet, diese Leute mit ihren Macken, dieses Pack, diese Bagage, diese Versager, die nennt Jesus Salz und Licht! Wertvoll seid Ihr, wie Picassos Skizze, wertvoll, weil mein Name auf Euch drauf steht. Ihr seid Salz und Licht. Seid Ihr bei mir? Salz und Licht! Ihr, ausgerechnet Ihr.
Zweitens: Welche Konsequenz hat das für Gottes Absichten mit der Welt?
Wir müssen uns das einen Moment lang anschauen, was Jesus da eigentlich sagt. Ich möchte Euch ein paar Beobachtungen weitergeben.
1. Beobachtung: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Das bedeute ja zu allererst: Ihr seid etwas für diese Erde. Ihr seid etwas für diese Welt. Ihr seid nicht etwas für Euch selbst. Wenn ich Euch rufe und meinen Namen auf Euch setze, dann seid Ihr für die Erde, dann seid Ihr für die Welt. Und wenn Ihr Euch jetzt noch weiter um Euch selbst dreht, dann verfehlt Ihr Eure Berufung. Es geht nicht darum, dass Ihr Euch möglichst wohlfühlt und es Euch alles gefällt. Wenn Ihr als meine Gemeinde aufhört, vor allem anderen für die Erde Salz und für die Welt Licht zu sein, dann hört Ihr auch auf, meine Gemeinde zu sein. Womit soll man das Salz salzen, wenn es stumpf geworden ist? Aber nun auch anders herum, positiv gewendet: Wie will Gott seine Erde in Ordnung bringen? Was tut er für seine dunkle Welt? Ihr seid es. Jesus tut sein Werk in dieser Stadt durch impulsive, ungeduldige Menschen, durch Menschen mit einer Vergangenheit, durch Menschen, die es immer wieder mal nicht begreifen und nicht packen, durch Menschen, die glauben, sie hätten eine gute Idee, was sie Jesus mal vorschlagen müssten, durch Menschen mit gefährlichen Egos, durch Menschen mit unzureichender Bildung, durch Menschen eben: Ich bin mit Euch, ihr seid Salz und Licht, für diese Erde, für dieses Greifswald.
2. Beobachtung: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Hier steht nicht: Das sollt ihr sein. Das ist kein Gesetz, nach dem Motto: Streng dich an, dann bist du es. Nicht: Ihr solltet doch Salz und Licht sein. Jesus sagt: Ihr seid. Ihr seid! Du bist. Du bist! Normalerweise sagen uns religiöse Stimmen, was wir alles noch nicht sind und woran es bei uns fehlt. Sie erzeugen Scham und Schuldbewusstsein. Jesus nicht: Du bist Salz! Ihr seid Licht! Jesus sagt nicht: Das könntet Ihr mit viel Mühe einmal werden. Nein, was er sagt, ist eine Ernennung: Ich ernenne Euch hiermit zu Salz und Licht! Was er sagt, ist eine Ermächtigung: Ihr seid ermächtigt, Salz und Licht zu sein! Was er hier sagt, ist eine Erklärung: Falls es Euch noch nicht klar ist, was Ihr seid: Ihr seid Salz und Licht für diese kleine Greifswalder Welt! Nicht irgendwann, jetzt! In Deinem Beruf, in der Schule oder Uni, in Deinem Wohnblock, in Deinem Chor, in Deiner Ehe. Du bist Salz und Licht. Ihr seid es, für Familien in Greifswald, Ihr seid es, für die Uni-Welt, Ihr seid es für das Ostseeviertel!
Versetzen wir uns einen Moment in die göttliche Leitungszentrale, in das himmlische Kanzleramt. Jesus erklärt diese Bande, diesen merkwürdigen Verein zu Salz und Licht. Vielleicht fragt ein Engel im Range eines Staatsministers: Äh, und wenn es schief geht? Jesus, wie sieht denn dein Plan B aus? Vielleicht zieht ein anderer die Stirne kraus: Ist das Dein Ernst, Jesus, wir hätten doch ganz andere Möglichkeiten! Die himmlischen Kassen sind voll. Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Wir müssen nicht auf drittklassige Teams setzen. Und Jesus sagt: Nein, genau die! Und übrigens, ich habe keinen Plan B. Diese Menschen sind mein Plan A und mein einziger Plan. Sie sind die erste Bibel, die andere lesen können. Sie verbreiten den Geschmack des Reiches Gottes. Sie bringen das Licht in diese finstere Welt. Wer ihnen begegnet, ahnt etwas von meiner Liebe. Eine merkt: Ah, so ist das Reich Gottes. Einer sagt: So schmeckt Gottes Liebe. Sichtbar, greifbar, zu schmecken. Sie alle erfahren: So ist das mit Gott: er wird fertig mit unserer Vergangenheit. Er lässt sich nicht beirren von unserem Ego. Er hat Kraft für meine Krankheit. Er verachtet die RTL II-Gucker nicht. Er berührt den Akademiker. Er kettet mich los von meiner Schuld, damals mit der Abtreibung. Er hat ein Herz für die überforderte Mutter. Er befreit aus den Gefängnissen der Sucht. Er wendet sich nicht enttäuscht ab, wenn es nicht so läuft. Er ist nicht wie die anderen. Das lese ich, schmecke ich, sehe ich, greife ich, wenn ich diese GreifBar-Leute erlebe, einzeln im Alltag, miteinander, wenn sie ihre Gottesdienste feiern oder etwas tun, um uns mit Freundlichkeit zu beschenken. Wenn das bei denen klappt, warum dann nicht auch bei mir!?
Jesus meint es also ernst: Ihr seid Salz und Licht für Greifswald, meine Welt. Ihr sammelt mein Volk. Ihr bringt die zusammen, deren Leben ich neu mache, weil sie anfangen mir zu vertrauen. Ihr sammelt die, die ich berühre, und die in meiner Nähe heil werden. Und wundert Euch nicht: Es sind wieder die Einfachen und die Schwierigen, die mit einer Vergangenheit und die mit einem Ego, die es nicht begreifen und die komische Ideen haben. Aber gerade sie will ich versöhnen und heilen und zurecht bringen und zusammenführen und begaben und senden.
Drittens: Drei Vorschläge für Konsequenzen
Ich schließe mit drei Vorschlägen. Es ist ja klar: Die Ernennung und Ermächtigung von Jesus sollen zu etwas führen. Und dazu braucht es von uns eine dreifache Öffnung:
1. Öffnet eure Herzen. Wir sollen uns für die Wahrheit, die Jesus uns über uns selbst sagt, öffnen. Und das heißt: Wir fangen an zu danken. Dass wir Salz und Licht sind. Und wir entsprechen dieser Ernennung: Wo immer Du mich gebrauchen willst, bin ich bereit. Es liegt Gott etwas an unserer Offenheit. Abraham wurde gesegnet, und er öffnet sich, indem er glaubt und aufbricht. Maria wird berufen, den Sohn Gottes zur Welt zu bringen. Und sie öffnet sich: „Siehe, ich bin des Herrn Magd. Mir geschehe, wie du gesagt hast“, sagt sie und stellt sich so erst zur Verfügung. Die Jünger werden berufen, aber dann stehen sie auch auf und folgen Jesus. Sie öffnen sich für diese Weggemeinschaft mit Jesus. Jesus ernennt und ermächtigt uns: Diese Stadt kann mit uns anders aussehen als ohne uns, und das nicht nur durch ein paar besondere Gottesdienste, sondern durch versöhnte, geheilte, befriedete Menschen. Aber werden wir uns öffnen, neu öffnen für unsere Vision und Mission? Helft mir mein großes Volk in dieser Stadt zu sammeln. Oder geben wir uns zufrieden, sehnen wir uns nach mehr Privatheit und Freizeit, setzen wir unsere Berufung hinten an und tun, was alle tun, und was jeder versteht, schließlich tun wir doch schon so viel! Oder öffnen wir uns für genau das, was Jesus durch mich und dich in Greifswald getan wissen will? Ich brauche dich als Salz hier und als Licht dort. Natürlich können wir uns ein Leben lang verweigern und verschließen und das Beste verpassen. Du bist mein Plan A, ich habe keinen Plan B. Ohne dich wird dieser Mensch nichts hören vom Evangelium, ohne dich bekommt er nicht die Hilfe, die er braucht. Wir können auch aufs Neue sagen: Hier bin ich, Jesus, danke dass Du mich so ehrst, Licht und Salz. Nimm mein bisschen Geld, nimm mein bisschen Wissen, meine technische Fingerfertigkeit, meine musikalische Begabung, meine Liebe für Kinder, meine Zeit, meine Kraft, mein bisschen Ausbildung, meine Phantasie. Nimm es, es ist nicht viel, aber es gehört dir. Ich will keine Einschränkungen mehr machen. Nimm es.
2. Öffnet eure Hände. Das muss ich nicht lange auslegen. Es fließt wie von selbst, wenn wir unser Herz geöffnet haben. Öffnet eure Hände. Was wir vorhaben, wird auch Geld kosten. Öffnet eure Hände. Es wird Zeit und Arbeitskraft kosten, wenn wir wieder Weihnachtsbäume verschenken, mit Kindern aus dem Ostseeviertel spielen und singen, ihren Eltern zuhören und beistehen. Öffnet eure Hände. Offene Hände, das ist Großzügigkeit. Offene Hände, das ist Gastfreundschaft. Salz und Licht: Was wäre es, wenn man über uns so redete in Greifswald: Das sind die mit den offenen Händen, gastfreundlich, großzügig, einsatzbereit. Die gehen noch eine Meile mit. Die suchen sich die, die ihnen nichts zurückzahlen können. Die lassen sich etwas einfallen, Menschen mit Großzügigkeit und praktischer Herzlichkeit zu überraschen! Mit Phantasie für GreifBar in der Stadthalle! Mit einem Kind spielen, bei Hausaufgaben helfen. Kabel schleppen. Mein Haus öffnen. Etwas zum Büffet beitragen. Musik machen und Präsentationen schreiben. Es gibt so viele Baustellen, an denen wir gerade schon seit längerem fest hängen. Die Hände öffnen: Was wir haben, geben wir. Es gehört ja nicht uns, es gehört Gott. Es macht nicht unseren Wert aus, noch ein paar Spielzeuge zu besitzen. Wir sind doch schon wertvoll. Und wir gehören nicht hierher. Wo wir hingehen, brauchen wir das alles nicht. Wir können es hergeben. Öffnet eure Hände, haltet nichts zurück.
Und schließlich: Öffnet euren Mund. Ich habe in dieser Woche in dem schönen Buch von Donald Miller „Blue like Jazz“ die Geschichte von Penny und Nadine gelesen. Beide studieren an einem College in Portland. Ein College, das für seine Ablehnung des Glaubens berühmt ist. Als Christen dort einmal eine kleine Osterfeier veranstalteten, protestierten andere Studenten, kamen besoffen zu der Feier und schlachteten in diesem Raum ein Lamm. Penny war die Tochter von Hippies, die mit Drogen experimentierten. Ihre Eltern trennten sich, als sie 11 war. Die Mutter lebt inzwischen auf den Straßen von Seattle und ist mental völlig daneben, schizophren nach langem Drogenmissbrauch. Penny befreundet sich mit Nadine, die das glatte Gegenteil darstellt: Sie stammt aus einer reichen schottischen Familie, deren Stammbaum bis zu den Stuarts reicht. Penny ist überrascht, dass sich Nadine für ihre Lebensgeschichte interessiert und ihr zuhört. Und Nadine erzählt Penny, wie viel ihr Jesus bedeutet. Mit Jesus konnte Penny nichts anfangen. Sie stellte sich vor, wenn die ganze Christenheit eine Person wäre, dann müsste diese Person sie verachten und verurteilen. Mögen könnte sie sie auf keinen Fall. Aber Penny wunderte sich, dass Nadine sie offensichtlich mochte. Später sagte sie, Nadine habe ihr nie etwas verkaufen wollen, auch Gott nicht, aber sie sprach von Gott so, als ob er ein echtes Gegenüber sei, jemand, der mit ihr spräche und der sie mochte und akzeptierte. Nadine passte nicht in die Schublade frommer Leute, die Penny bisher kennen gelernt hatte. Nadine wurde zu Salz und Licht für Penny. Sie lud Penny ein, mit ihr das Matthäusevangelium zu lesen. Sie lasen und aßen dazu Schokolade. Penny meint, die Bibel sei so richtig gut erst mit Schokolade. Es müsse auch Schokolade sein, nicht etwa Salat. Jesus wird ihr immer vertrauter. Ihr wird klar, dass er der Herr ist. Sie kann sich sogar vorstellen, dass Jesus sie mag. Aber dadurch ist sie noch nicht gewonnen. Eines Abends nach einer Party ist sie völlig bekifft und betrunken. Da sagt Gott zu ihr: Du, ich habe ein besseres Leben für dich, für jetzt und für ewig. Sie denkt, das sind die Drogen. Aber sie weiß, es sind nicht die Drogen. Sie bittet Gott, er möge es noch einmal sagen. Aber das tut er nicht, denn sie hat es ja schon beim ersten Mal verstanden. Ein paar Nächte später ist sie nüchtern, und sie weiß, dass man große Dinge nüchtern beschließen soll. Sie betet, bittet Gott um Vergebung für ihr verkorkstes Leben. So wurde sie Christ. Die Geschichte erklärt sich selbst, nicht wahr? Ein offenes Herz, offene Hände und auch Worte, mit denen wir von dem Jesus erzählen, der uns zu Salz und Licht gemacht hat, der seinen Namen auf unser Leben schrieb und uns dadurch so wertvoll machte. Wir können diese Stadt verändern! Werden wir es tun?
Für den Schluss dieses Schlusses habe ich mir noch 3 Minuten von einem anderen Prediger ausgeliehen, von Harvey Carey aus Detroit, der uns erklären wird, wie das mit dem Salz im Salzstreuer so funktioniert. Das fasst viel von dem zusammen, was ich Euch heute sagen wollte.
DVD-Einspielung Harvey Carey
Und Gottes Volk stimmt ein und ruft: AMEN.
Wichtige Gedanken der Predigt verdanke ich der Predigt von Rob Bell und Don Davis “Salt and Light”, die sie am 8. November 2009 in der Mars Hill Bible Church in Grand Rapids gehalten haben.
Vgl. Mt 15,15f.
Vgl. Mk 9,30-37.
Zitiert nach Donald Miller: Blue like Jazz. Nashville 2003, 21. Übersetzt von MH.
Vgl. Lk 8,1-3.
Vgl. Apg 4,13.
Gen 12,1-3.
Lk 1,38.
Vgl. Donald Miller, a.a.O., 43-50.
DVD – Willow Creek Kongress für innovative Evangelisation in Braunschweig 2005, Nr. 6 „Den ganzen Menschen mit dem ganzen Evangelium erreichen“ (Harvey Carey) – Minuten 56:04 bis 59:30.
