GreifBar plus am 17.01.2010
| GreifBar_plus_Roem_12_.mp3 |
| GreifBar_plus_Roem_12_.pdf |
Kochen mit den Römern
- 1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
9 Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. 10 Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. 11 Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. 12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. 13 Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. 14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. 15 Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. 16 Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug. (Röm 12, 1-2+9-16)
Liebe Gemeinde,
die meisten Menschen essen ja gern. Essen macht Spaß. Es gehört dazu. Man tut es meist in Gesellschaft, manchmal gibt man dafür auch richtig viel Geld aus. „Essen hält Leib und Seele zusammen“ – so sagt es der Volksmund. Und wenn man nicht in ein gutes Restaurant gehen will oder kann, dann kocht man halt selbst. Da gibt es dann Spezialitäten für und von Studenten – meist etwas einfaches mit Nudeln, dann vielleicht etwas Spezielles für die Mittelalten mit Familie (vielleicht Spagetti) und die älteren kochen noch nach guter alter Tradition.
Auch wie gekocht wird ist ganz verschieden. Da gibt es Menschen die kochen streng nach Rezept, alles muss ganz genau abgewogen und abgemessen sein, andere gehen damit freier um und „hauen alles durcheinander“.
Mir ist aufgefallen, dass Rezeptbörsen und Kochbücher eigentlich immer Hochkonjunktur haben. Heute findet man im Internet bei chefkoch.de tausende Rezepte und auch das Zeitmagazin hat das Kochen wiederentdeckt. Kochen ist eben wichtig.
Auffällig aber sind die vielen Kochsendungen im Fernsehen. Biolek hat wahrscheinlich damit angefangen. Dann gibt es Kochduell, Kochen mit Promis, ein perfektes Dinner… Fast jedes Programm hat nun seine eigene Kochshow. Und man sitzt vor dem Fernseher, vielleicht noch mit Chips und Cola und schaut zu wie die Star- oder Prominentenköche dort fleißig leckerste Sachen zubereiten.
Testfrage: wer von Euch schaut das regelmäßig?
Kochsendungen finde ich unglaublich spannend. Man kann ja nicht mitessen. Man schaut ja nur zu. Aber man bekommt Geschmack. Es läppert einen so richtig (so würde man bei uns sagen). Die Geschmackszellen sind angeregt. Solche Sendungen wollen Geschmack machen in dem sie tolle Rezepte einblenden, vorkochen und vorzeigen.
In eine ähnliche Sendung will ich mit Euch jetzt schalten. Mit Paulus als Chefkoch: „Kochen mit den Römern“
Auf der Gemeindefreizeit letzte Woche haben wir ja ganz gut gegessen und uns neben dem Essen gute Gedanken über unsere Gemeinde gemacht. Der Bibeltext für heute knüpft genau dort an – bei den guten Gedanken über Gemeinde. Es ist eine Zutatensammlung für ein gutes Gemeindeessen. Wir schauen also Paulus beim Kochen zu. Wir hören und sehen seine Sendung: Kochen mit den Römern. „Kochen mit den Römern“ ist eine der ganz großen Übertragungen der Bibel in der Paulus Geschmack machen will wie es in der Gemeinde nach Gottes Willen „schmecken“ und „riechen“ soll. Wie sich das anfühlt und lebt so in der Gemeinde. Paulus will Geschmack machen auf eine Gemeinde nach Gottes Maßstab. Wie sehen die Grundrezepte für gutes Gemeindeessen aus? Was muss man beachten? Also Willkommen bei „Kochen mit den Römern“.
Wir schalten zu. Ich will mit euch in drei Schritten hinschauen.
Zuerst müssen wir über den konkreten Predigttext hinaus gehen. Wir haben die Sendung von letzter Woche verpasst und müssen da noch mal ansetzen. Paulus kocht ja nicht im luftleeren Raum. Also woher kommt Paulus und woher nimmt er die Zutaten.
Also: 1. der Kontext
Zum Zweiten will ich schauen ob sich die Zutaten noch mal ordnen lassen. Z.B. in Gemüse, Fleisch, Fisch o.ä. Steckt hinter den Zutaten ein Prinzip das uns hilft selbst weitere Zutaten zu finden. Gibt es eine Ordnung der Zutaten, die es uns leichter macht selbst gut zu kochen.
Also: 2. Die prinzipielle Ausrichtung
Zum Dritten will ich drei Zutaten gezielt anschauen. Es sind ja so viele (17), dass wir gar nicht alle schaffen können heute.
Also: 3. konkrete Zutaten – drei Beispiele
Warum will ich das so machen in diesen drei Schritten? Was soll hängen bleiben? Ich würde mich freuen wenn wir nach Hause gehen und uns vom Chefkoch Paulus haben inspirieren lassen. Wenn wir etwas geschmeckt haben davon, wie Gemeinde aussehen, schmecken, riechen, sich anfühlen kann. Und dann losgehen. Selbst probieren, die Zutaten noch mal gezielt anschauen. Einzeln, vertieft, sie anfassen, durchkauen. Vielleicht im Hauskreis oder zu Hause in der Stillen Zeit, so dass wir mit diesen Zutaten so vertraut sind, dass wir sie selbstverständlich einsetzen. Sie quasi zu uns gehören.
1. Der Kontext
Unser Predigttext ist aus Kapitel 12 des Römerbriefes, also im letzten Drittel. Mit Der Anfang von Kapitel 12 haben wir letzte Woche verpasst. Deshalb diese kleine Rückschau. Mit Kapitel 12 fängt ein neuer Abschnitt im Römerbrief an. Paulus wechselt von ganz grundsätzlichen Ausführungen zu konkreten Hinweisen, Ermahnungen für die Gemeinde in Rom.
Die Grundsätzlichen Ausführungen aber sind wichtig. Ohne sie sind die konkreten Hinweise nicht oder nur schwer zu verstehen. Sie sind die Folgen, die aus dem Grundsätzlichen entspringen.
Es ist fantastisch, wie Paulus den Christen in Rom die Sache mit Jesus und ihrem neuen Leben erklärt.
Lasst uns den Linien nachgehen: Paulus führt aus, dass es grundsätzlich schwierig, ja unmöglich ist, zu Gott zu gehören. Für alle Menschen, sowohl Gottes auserwähltes Volk als auch für Nichtjuden, für alle also, ist es erstmal schwierig, sogar unmöglich mit Gott eine Beziehung aufzubauen. Es geht nicht. Man kann nicht einfach so zu Gott gehören, man kann ihn vielleicht ahnen oder sogar seine Gebote kennen aber innige Beziehung, Miteinander, Gespräch, Vertrauen, all das ist schwierig – unmöglich. Zu viel steht dazwischen. Für vieles können wir etwas, für vieles auch nicht. So ist es erstmal. Kein Miteinander. Gott und Mensch sind getrennt.
Gott aber ist das nicht egal. Er möchte mit den Menschen zusammen sein, diese Trennung aufheben, Gespräch suchen, seine Liebe verschenken, uns sagen und zeigen, dass wir über alles geliebt sind. Er möchte uns vertrauen und wünscht sich, dass wir ihm vertrauen. All das sucht Gott, obwohl es eigentlich nicht geht. Damit es geht, schafft er Verbindung, sucht er den Kontakt, kommt er selbst auf die Erde. Wir haben es erst gefeiert. Damit es geht, schafft er in Jesus den Zugang. Er macht es in dem er die Trennung aufhebt. Nun kann Vertrauen wachsen, Miteinander Gestalt gewinnen, Beziehung und Liebe können sich gegenseitig entwickeln.
Das hat viele Folgen. Paulus macht das ganz deutlich: das was uns oft so niederdrückt weil wir an Menschen versagen, weil wir an Gott versagen, weil wir an uns versagen, all das braucht uns nicht niederdrücken. Die Zusage Gottes „Ich habe Dich lieb, Du bist mir ungeheuer wichtig.“ die bleibt, bei allem. Nichts kann uns da wieder trennen. In der Taufe sind wir ein neuer Mensch vor Gott geworden. Das Miteinander ist besiegelt und auch wenn wir es nicht spüren, hat es etwas mit uns gemacht: Wir sind anders, neu, Gottes-Kinder – seine Menschen.
Zwar weiß auch Paulus, dass wir dadurch noch nicht im Paradies sind, dass wir zwar neue Menschen sind, aber mit alter Ausstattung. Neue und alte Ausstattung werden miteinander streiten. Sünde und Versagen wird noch Teil unseres Lebens bleiben. Doch Gottes neues Leben, sein Zusage und Liebe, seine Sehnsucht nach uns – das bleibt ebenso. Und es wird am Ende die Oberhand gewinnen. Etwas unmögliches ist möglich geworden: Jesus war tot und lebt. Er ist lebendig. Wenn Gott eine solche Unmöglichkeit möglich gemacht hat, dann wird er auch den Kampf gewinnen. Die alte Ausrüstung hat keine Chance. Am Ende bleibt die neue Ausrüstung übrig: kein Versagen, keine Schuld mehr, nichts was uns niederdrückt. Beziehung zu dem der uns über alles liebt – vollkommen.
So etwa macht Paulus den Römern das Evangelium, die gute neue Botschaft deutlich. Es gibt hier und da noch Seitenabstecher, die Frage wie das nun mit den Juden ist, als Gottes auserwähltes Volk, die beantwortet er auch noch. Aber im Grunde sagt er: es ist unglaublich: Gott liebt Dich über alles. Du bist ein neuer Mensch, zwar mit alter Ausrüstung aber mit neuer Standartprogrammierung. Kein Update, kein web 2.0 – neu anders. Zwar noch mit alter Hardware aber schau Dich an – im inneren bist Du neu.
Und an eben dieser Stelle setzt Römer 12 neu ein. Paulus zeigt den Römern im Folgenden wie das aussieht mit der Neuprogrammierung. Er gibt eine Grundorientierung: Nutzt die neuen Möglichkeiten die ihr habt, nutzt die – übertragen gesprochen – die neuen Features eurer Neuprogrammierung. Nutzt es. Und nutzt es so, wie es Gott gefällt. Nutzt es zum Guten, nutzt es so, dass ihr euch selbst, dass sich Gott und andere Menschen daran freuen. Nutzt es. Nutzt es in Gemeinschaft, nutzt es allein. Ihr seid neu. Ihr seid geliebt, ihr seid auf Gottes Seite, nun los. Lebt so.
2. Die prinzipielle Ausrichtung
Wir verlassen das Bild mit der Neuprogrammierung. Das bildete den Hintergrund. Wir kommen zurück zur „Kochen mit den Römern“.
Hier noch mal die 17 Zutaten:
Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung zuvor. Sei nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet die euch verfolgen, segnet und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug.
Noch mal: weil wir neue Menschen in Christus sind, weil wir mit Gott in Beziehung stehen, darf und soll das auch Auswirkungen auf unser Miteinander haben. Es gilt der Gemeinde als Ganze und damit auch jedem Einzelnen. Wir sind gemeinsam angesprochen und damit jeder für sich persönlich.
Wir können nicht alle Zutaten einzeln anschauen. Es sind zu viele. Auch Paulus reiht sie, eins nach dem anderen. Er will in seiner „Kochsendung“ Geschmack machen. Er will einladen, dem weiter nachzuspüren, sich selbst Gedanken zu machen, wie die Gemeinde schmecken, riechen, sich anfühlen soll. Darum geht es auch mir.
Jetzt geht es darum nach der prinzipiellen Ausrichtung schauen. Kann man die Zutaten zusammenfassen und dann sehen ob ein Prinzip dahinter steht. Das halte ich für wichtig, weil wir damit über diese konkreten Zutaten in der Lage sind, eigene, neue zu finden, die im Duktus genau denen entsprechen. Es hilft den Geschmack zu schärfen.
Ich habe sie mal geordnet.
Grundsätzliches
In Bezug auf Gott
In Bezug auf die Gemeinde (untereinander)
In Bezug auf andere (Nichtchristen)
In Bezug auf Gott | | In Bezug auf die Gemeinde | | In Bezug auf andere (Nichtchristen) |
| | - Innige geschwisterliche Liebe | | |
| | - Wetteifer in gegenseitiger Achtung | | |
| - Nicht träge | | | |
- Glühen im Geist | | | | |
- Gott dienen | | | | |
| - Freude an der Hoffnung | | | |
| - Geduld bei Druck | | | |
| - Unermüdlich im Gebet | | | |
| | - Not der Christen sei euch nicht egal | | |
| | | - Gastfreund-schaft | |
| | | | - Segnen der Verfolger, nicht fluchen |
| | | - Mit den Freuenden freuen | |
| | | - Mitweinen mit den Weinenden | |
| | - Einmütig sein | | |
| | - Nicht nach den großen Dinge suchen | | |
| | - Mitreißen vom Einfachen | | |
| | - Nicht der eigenen Klugheit nachgehen | | |
Grundlage: Ehrliche Liebe >> das Böse verabscheuen und dem Guten anhängen
Paulus macht einen Bogen. Alle Bereiche sind wichtig. Alles soll vorkommen. Die Ausrichtung auf Gott, die Ausrichtung in der Gemeinde und die Ausrichtung nach außen.
Man kann es auch noch anders darstellen:
Drei Bereiche sind wichtig und deren Verhältnis untereinander. 1. Das Verhältnis Eurer Gemeinde zu Gott das soll in Ordnung sein. 2. Achtet auf euer Verhältnis untereinander. 3. Schaut auf Euer Verhältnis zu anderen Menschen, Christen und Nichtchristen. Und denke daran: auch sie sind Gott wichtig. Richtet Euer Leben als Gemeinde gut aus, so dass alle drei Bereiche ausgewogen und im Einklang sind. Diese Zutaten sind Beispiele, die Euch ermutigen sollen, daran weiter zu denken, sie durchzubuchstabieren, die euch helfen sollen, die jeweiligen Bereiche ausgewogen zu gestalten. Die Liebe sei dabei die Grundlage.
3. konkrete Beispiele
Drei konkrete Beispiele will ich nun im dritten Punkt noch mit euch anschauen. Nun wird es konkret. Jetzt können wir gezielt schmecken und fühlen.
Aus jedem Bereich soll einer vorkommen.
Seid fröhlich in Hoffnung
Eine wichtige Zutat ist sie: Seid fröhlich, freudig in der Hoffnung. Es geht Paulus um die Ausrichtung, die grundsätzliche Vision der Gemeinde. Wo soll es hingehen. Natürlich ist die Hoffnung auf Gott bezogen. Gott ist derjenige der Perspektive schenkt. Paulus wirbt darum, dass die Hoffnung auf Gottes Handeln, die Hoffnung auf sein Eingreifen und Wirken unser Leben beeinflusst. Gott hat eine Perspektive eine Vision, eine Idee von der Gemeinde im Ganzen und dann konkret auch mit GreifBar. „Siehe ich habe ein großes Volk in der Stadt“. Gott hat! ein großes Volk. Das ist seine Perspektive für uns als Gemeinde. Seid fröhlich darin. Lasst Euch von dieser Vision, von dieser Hoffnung immer wieder anstecken, anfeuern. Sie soll Euer Tun prägen. Seid fröhlich darin. „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“
Diese Zutat verweist uns auf Gott selbst. In seinem Dienst stehen wir. Wir machen GreifBar in der Stadthalle, weil Gott uns Vision und Perspektive gibt. Er hat viel vor. Nicht wir, Er. Wir haben beim Mitarbeiterwochenende überlegt, dass wir uns im Ostseeviertel vermehrt engagieren. Tut wir das. Diese Hoffnung bestimme weiter unser Leben in der Gemeinde. Und wenn wir das tun sind wir auf dem richtigen Weg. Knauserige, zurückhaltende Herzen sind an dieser Stelle falsch. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir sind getragen von der Hoffnung, dass Gott selbst eingreift, er selbst tun wird, wenn wir tun. Mit uns. Was kann uns froher machen, als auf dem richtigen Weg zu sein.
Seid einmütig untereinander – eine zweite Zutat.
Nun haben wir am letzten Wochenende beschlossen zwei GreifBarplus anzustreben. Einen Sonntag früh und einen Sonntag abend. Vielleicht wirkt das auf den einen und die andere befremdlich – gerade wenn wir hören, dass wir einmütig, eines Sinnes, sein sollen. Wie passt das zusammen? Passt das zusammen?
Es geht darum, nicht als Einzelner oder als ein Grüppchen innerhalb der Gemeinde alleine unterwegs zu sein, nur das zu machen, was man für richtig hält. Es geht darum, gemeinsam rauszufinden, was ist dran.
Und wir haben gemeinsam überlegt, was ist dran. Wir wollen den Weg versuchen in zwei Gottesdiensten sonntags Gemeinde zu leben. Das kann schwierig werden, wenn jeder nur noch seinen Gottesdienst im Blick hat. Das muss es aber nicht, wenn wir füreinander denken.
Die Einheit der Gemeinde ist wichtig, weil wir uns brauchen. Wir brauchen uns als Geschwister, wir brauchen die Ermahnung und das Lob, das gemeinsame Suchen und Finden. Wir sind ja gemeinsam unterwegs. Das gilt es im Blick zu behalten. Wir versuchen das mit einem regelmäßigen großen Glaubensfest der gesamten Gemeinde.
Seid einmütig kann man auch mit „Denkt untereinander dasselbe“ übersetzen.
Denkt einander dasselbe, dass es miteinander in die gleiche Richtung geht. Die Hoffnung auf Gottes Tun soll uns tragen. Das ist die Sinn- und Denkrichtung.
Sicher, es ist ein Wagnis.
Und doch: gerade in diesem Wagnis hören wir diese wichtige Zutat: denkt in die selbe Richtung – nicht jeder für sich, allein, für seinen Bereich. Habt gemeinsam im Blick wohin uns Gott haben will. Lasst uns bei allem Versuchen nicht vergessen: wir sind eins in Christus – wir alle gehören zu ihm und wir brauchen einander.
Die dritte und letzte Zutat für heute, die auf mehr Geschmack machen will.
Freut Euch mit denen, die sich freuen und weint mit denen die weinen.
Diese Zutat hat nichts absichtsvolles, nichts das irgendwo hinzielt, abgezweckt ist. Paulus macht den Römern und damit auch uns Mut, Menschen zu begleiten, mit ihnen zu sein – einfach so. Es geht hier nicht darum etwas zu bringen, sondern mitzuleben. Freude und Weinen – beide Pole sind angesprochen. Und das ist wichtig. Nicht nur wenn es jemandem schlecht geht, heißt es aufmerksam zu sein. Auch bei den schönen, fröhlichen Dingen des Lebens wünscht sich Gott ein Auge und Ohr, Herz und Mund bei und mit anderen Menschen.
Wo ist es bei Euch dran, einfach nur mitzuleben, dabei zu sein als Christ? Welcher Arbeitskollege hat dich zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen und du überlegst hinzugehen? Welche Mutter in der Krabbelgruppe kommt mit ihrem Kind nicht klar und du überlegst hinzuhören? Welcher Kommilitone freut sich, dass du mit ihm die Klausuraufgaben übst? Welcher alte Nachbar ärgert sich, dass seine Frau auf dem Bürgersteig ausgerutscht ist und sich das Bein gebrochen hat?
Hört hin. Seid dabei. Jesus war mitten unter den Menschen. Täglich. Teilt Sorgen, Freude und Nöte. Es ist gut, dass es dich gibt. Es ist gut, wenn du einfach nur so mitlebst.
Wir sind am Ende von „Kochen mit den Römern“. Danke für eure Aufmerksamkeit. Wir haben Paulus ein wenig über die Schulter geschaut.
Er kocht nicht ohne Kontext: Es ist wichtig, zu wissen, dass Gott uns in Jesus alles schenkt was wir brauchen – wir sind neue Menschen – Gottes Kinder. Als solche dürfen wir kochen und backen und braten.
Bei den Zutaten ist es wichtig hinzuschauen, dass sie im Gleichgewicht bleiben: mit Blick auf Gott, mit Blick auf die Gemeinde und mit Blick auf andere.
Und vielleicht haben Euch die drei Zutaten „fröhlich in der Hoffnung“, „einmütig sein“, „freuen mit den Freuenden und weinen mit den Weinenden“ Lust auf mehr gemacht. Ich hoffe ihr habt Euch anregen lassen, nun die Zutaten im Einzelnen noch mal anzuschauen – im Hauskreis, oder in der Stillen Zeit oder mit Freunden. Es steckt noch viel mehr drin in diesem Rezept. – man schaue in das Rezeptbuch Bibel: Röm 12,9-16
Und wenn Gottes Volk zustimmt, ruft es
Amen
